irrewirre

3. Dezember 2012
von irrewirre
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Ob Rita Falk und ich nach „Grießnockerlaffäre“ eine gemeinsame Zukunft haben?

Rita Falk hat mit ihren 3 Franz Eberhofer Büchern schon eine Art Marke geschaffen, die auch über Bayern hinaus Leser anzieht. Im Oktober ist nun ihr neues Buch erschienen.

Ich bin vor über einem Jahr per Zufall auf den ersten Eberhofer-Krimi „Winterkartoffelknödel“ aufmerksam geworden und hatte wirklich sehr viel Spaß beim Lesen. Die nächsten beiden Bücher der Reihe habe ich irgendwie verpasst, den zweiten Teil habe ich aber als Lesung von Christian Tramitz gehört. Ich wäre wohl von alleine nie auf ihn als Sprecher gekommen, aber die Kombination passt wirklich gut. Meine Vorfreude wuchs.

Nach dem Lesen ist bei mir Ernüchterung eingetreten. Waren meine Erwartungen zu hoch oder nutzt sich die Masche einfach nur ab? Die letzten Bücher hatte ich mit lauter Post-its verziert, um die Stellen zu markieren, an denen ich besonders viel Spaß hatte. Einige davon habe ich Freunden vorgelesen und habe die Sätze vor Lachen kaum über die Lippen bekommen. Jetzt gucken zwei einsame gelbe Zettel aus dem neuesten Buch. Im Nachhinein finde ich nur noch eine der markierten Stellen halbwegs lustig.

Zum Schmunzeln ist „Grießnockerlaffäre“ aber schon noch. Zusätzlich fand ich die Entwicklung der Familiengeschichte durchaus rührend. Eigentlich hätte mir diese Geschichte alleine sehr gut gefallen, glaube ich.
Grundsätzlich ist Rita Falk ihrer Linie treu geblieben: Eberhofer darf sich neben seinen Ermittlungen wieder mit seiner schwerhörigen Oma, seinem kiffenden Vater, seiner An-Aus-Beziehung Susi, mehr oder weniger fähigen Kollegen und natürlich den Niederkaltenkirchener Kneipenbesuchern rumschlagen. Dieses Mal ist er allerdings selber der Hauptverdächtige in dem Fall, der für mich so gar nicht zu dem leichten Ton der Provinzkrimis passen will. Die Motive für die beiden Morde, die aufgeklärt werden, haben, um es ganz klar zu sagen, mit Transvestitismus, Prostitution, Zwangsehe und sexuellem Missbrauch zu tun. Das kann an sich schon schwer im Magen liegen, aber in diesem Zusammenhang wird es besonders schmerzlich. Mir kam es so vor, als würde das Schicksal der Mörderinnen weggelacht. Ha ha, Glück gehabt, wirkt ja strafmildernd. Alles super also.
Mir persönlich ist bei der Auflösung der eventuell vorhandene Appetit auf die im Anhang abgedruckten Rezepte vergangen. Ich bin verwirrt und weiß nicht, wie Rita Falk für Eberhofer so einen Fall wählen konnte.

Beim nächsten Fall werde ich wieder neugierig sein, aber nicht direkt zugreifen.

Rita Falk: Grießnockerlaffäre. dtv, 240 Seiten, 14,90€.

7. Oktober 2012
von irrewirre
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Besser nicht in der Öffentlichkeit lesen: „Donnerstags im Fetten Hecht“ von Stefan Nink

Wer schon mal vor Lachen in einer Buchhandlung zusammengebrochen ist, durch lautes Losprusten in der Bahn die Blicke auf sich gezogen hat oder beim Plasmaspenden (also mit einer Nadel im Arm) dem Impuls zum Schenkelklopfen gefolgt ist, weiß wovon ich rede. Vor manchen Büchern muss man sich hüten, wenn man nicht auffallen oder keine Narben bekommen möchte. Der erste Roman von Stefan Nink gehört eindeutig in diese Kategorie.

Der Autor schickt seinen Protagonisten Siebeneisen auf Weltreise. Das alleine klingt noch nicht besonders vielversprechend. Allerdings lebt Siebeneisen normalerweise ganz beschaulich in Oer-Erkenschwick, wo er sich jeden Donnerstag mit seinen Freunden zum Tipp-Kick spielen trifft. Einer dieser Freunde, genannt Schatten, kann 50 Millionen erben, wenn es ihm gelingt, seine auf der ganzen Welt verstreuten Miterben zu finden. Siebeneisen ist der perfekte Kandidat für diese Aufgabe, schließlich ist er begeisterter Leser des National Geographic und schon ganze drei Mal verreist…

Stefan Nink nimmt seine Leser mit auf eine Weltreise und weiß dabei, über was er schreibt. Er hat die Orte selber besucht und wer weiß, welche von den aberwitzigen Situationen ihm tatsächlich passiert sind. Ich hatte unglaublich viel Spaß an den Szenen, deren Komik auf Sprachensalat beruht. Spätestebs mit dem Wort „Yüllgengloohb“ (Seite 15) hat mich das Buch in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Dank einer sehr bildhaften Sprache und sehr treffenden Vergleichen kam es mir so vor, als würde ich seinen Figuren die ganze Zeit über die Schulter schauen. Nink spielt geschickt mit Zeitsprüngen und baut E-Mails und Facebook-Kommentare seiner Figuren ein, was das Ganze noch abwechslungsreicher macht. Am Ende variiert er die Kapitellängen dramaturgisch geschickt, so dass die Geschichte spannend bis zur letzten Seite bleibt.

Obwohl der Roman oberflächlich „nur“ als lustig erscheinen kann, steckt sehr viel mehr darin. Man kann die Geschichte eigentlich schnell durchlesen, aber es lohnt sich, genauer hinzusehen um die ganzen Anspielungen und vor allem Filmverweise genießen zu können oder einfach mal nachzusehen, wieso einem der Name Georg Forster so bekannt vorkommt. Stefan Nink vermittelt ganz nebenbei einiges über Land und Leute, Fata Morganas im Eis, schwedische Entdecker – und nicht zuletzt „Ghostbbusters“ . Die Beschreibung ‚intelligente Unterhaltung‘ trifft es hier wohl.

Stefan Nink ist ein Buch gelungen, das mich bei der Lektüre sehr oft zum Lachen gebracht hat. Tolle Geschichte, tolle Figuren, toll geschrieben. Ich hoffe mindestens auf einen zweiten Roman! Dann bin ich gerne wieder mit von der Partie bei der Leserunde auf LovelyBooks.

Stefan wer? Das erfahrt ihr auf der Webseite des Autors oder auf der Webseite für das Buch.

Stefan Nink: Donnerstags im Fetten Hecht. Limes Verlag, 416 Seiten, 14,99 €.

Mittlerweile gibt es einen Folgeband: Freitags in der Faulen Kobra.

26. September 2012
von irrewirre
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Du willst Fable ohne das alte Fable-Feeling? Dann ist Fable: The Journey wohl richtig für dich.

In den letzten Jahren habe ich viele Stunden bei diesem Wetter mit Fable 2 bzw. 3 und der XBOX verbracht. Die Hauptgeschichte beider Teile habe ich durchgespielt, der eine oder andere Gargoyle/Zwerg wartet aber noch auf mich. Ich mag die Optik und die Möglichkeit mich frei zu bewegen. Nicht nur in der Landschaft, sondern auch durch die Wahl zwischen Haupt- und Nebenquests. Das heißt im Endeffekt auch, dass ich das Tempo selber bestimmen kann. Einerseits natürlich was das ‚Ende‘ des Spiels angeht, andererseits was die Abwechslung zwischen sehr kampfbetonten und eher entspannteren Quests angeht. Notfalls habe ich mich einfach mal auf den Marktplatz gestellt und zugehört, was die Leute so (auf Englisch) über mich sagen. Ich weiß nicht, ob es für mich das perfekte Spiel gibt, aber Fable 2 und 3 kommen dieser Definition sehr nahe (und gehören, soweit ich mich erinnern kann, zu den wenigen Spielen in denen ich keinen nervtötenden bug entdeckt habe).
Wieso sollte ich mich also nicht auf einen neuen Teil freuen?
An welchen Namen denke ich bei Fable?
An Peter Molyneux.
Wer ist nicht bis zum Ende an Fable: The Journey beteiligt?
Peter Molyneux.
Und dann ist da noch die Sache mit Kinect.
Ich mag Kinect wirklich, aber in ‚richtigen‘ Spielen hat mich die Einbindung bisher nicht überzeugt. Natürlich lasse ich mich gerne positiv überraschen und habe mir mit einiger Vorfreude die Demo heruntergeladen.

Das Spiel wird im Sitzen gespielt, was für ein Kinect Spiel ungewöhnlich ist. Aber schließlich geht es hier ja um Fable und das spielt man ja meist länger. Zumindest bisher. Von daher ist die Idee nicht ganz verkehrt, ich hätte mir aber gewünscht, dass es Szenen gibt, in denen man aufstehen kann/muss. (Kämpfen im Sitzen? *gähn*) Stattdessen bekomme ich eine Benimmschulung und werde aufgefordert aufrecht an der Kante zu sitzen. (Es gibt Videos von Vorführungen in denen die Spieler stehen, ich habe es nicht ausprobiert ob es im Stehen funktioniert.) Wieso muss ich während der Demo ständig „Tretet vor“ lesen?
In der Demo sind Tutorial und Kalibrierung kombiniert. Dazwischen gibt es jede Menge Videoszenen, die sich mir nicht ganz erschlossen haben, aber immerhin gibt es noch die Seherin Theresa. Ich spiele Gabriel (und es macht nicht den Anschein, dass ich im echten Spiel die Möglichkeit habe eine weiblich Heldin auszuwählen) und entdecke Handschuhe, mit denen ich zaubern kann. Nach und nach lerne ich mit diesen umzugehen.
Der Blitzzauber wird mit einer Wurfbewegung ausgeführt (bei Rechtshändern mit der rechten Hand). Nach dem ersten Treffer wird, wie auch bei den anderen Zaubern, nach dem ersten Treffer eine Schadensanzeige eingeblendet. Der Blitzzauber kann mit einer Armbewegung zur Seite auch umgelenkt werden, womit ich Gegner hinter Hindernissen abschießen kann.
Der Stoßzauber wird wie der Blitzzauber nur eben mit der linken Hand ausgeführt. Damit kann man Gegner kurzfristig außer Gefecht setzen oder einfach so stoßen, dass sie in den Abgrund fallen.
Um einen Feuerball zu werfen, muss ich schnell mit der Hand winken und dann werfen.
Der Scherbenzauber funktioniert wie Speerwurf und kann zum Beispiel dafür genutzt werden, Ketten durchzuschneiden. An diesen Ketten hängen dann gerne Messer, die den Gegnern auf den Kopf fallen. Weniger Schaden richtet es an, den Scherbenzauber direkt auf die Gegner anzuwenden.
Außerdem kann ich mit beiden Händen Geschosse abwehren und auch zurückwerfen.
In manchen Szenen ist es notwendig, Hindernissen auszuweichen. Das funktioniert ganz einfach, indem man sich nach links oder rechts lehnt.
Im Laufe der Demo werden die Gegner zahlreicher und größer. Ich weiß nicht ob ich die mangelnde Präszision mir oder dem Spiel ankreiden soll, aber ein gerader Wurf landete auch gerne ganz rechts. Hier empfiehlt sich die Tekken-Technik: einfach draufhalten und alles ausprobieren. Auch blöd: einige Gegner sind aus meinem Sichtfeld verschwunden und ich konnte nicht hinterher. Zum Glück waren sie so freundlich und kamen auch zurück.

Links oben werden meine verbliebenen Leben angezeigt, darunter die Manaanzeige. Ich habe Gabriel übrigens nie schreien gehört, aber ich durfte lesen, dass er Schmerzensschreie von sich gegeben hat…Damit er nicht so viel Schreien muss, gibt es Verbesserungen. Diese werden im Pausenmenü eingelöst. Während ich meinen Arm seitlich ausstrecke um dorthin zu gelangen, werde ich fröhlich weiter abgeschossen. Ähm ja. Ich wähle den Mehrfachblitz, der von Zielen abprallen kann um dann weitere Gegner zu treffen.

Im Laufe der Demo bekomme ich von Stone den Auftrag, den letzten Willensstein zu suchen. Gabriel hat keine Ahnung, wo dieser sein könnte. Ich auch nicht. Aber hey, egal. Das Spiel bestimmt ja sowieso meinen Weg! Ich habe kein Mitspracherecht und werde einfach immer weitergeschoben.

Und dann ist da auch schon die letzte Cutscene mit der die Demo endet. Hier sehen wir unter anderem die Kutsche, die man schon damals bei der ersten Präsentation auf der E3 gesehen hat. Aus den gezeigten Szenen  habe ich den Eindruck, dass es in Fable: The Journey sehr viele große Gegner gibt. Vielleicht nicht unbedingt Boss Gegner, aber zumindest riesengroße.

Ich würde das Spielen der Demo nicht als verschwendete halbe Stunde ansehen, aber Lust auf das Spiel hat sie mir nicht gemacht. Die Kombination mit Kinect ist das eine. Ich glaube, ich will entweder stehen für Kinect oder auf dem Sofa rumlungern und einen Controller in der Hand halten. Und dann sind da noch die Grafik und die Musik. Irgendwie ist das nicht mehr ‚mein‘ Fable. Fast noch viel schlimmer: Wo ist der Humor geblieben? Oder hat die Demo nur keine Gelegenheit gegeben, den mal rauszulassen?
Wie gut, dass noch ein paar Zwerge und Gargoyles auf mich warten.

Fable: The Journey. Entwickelt von Lionhead Studios, herausgegeben von Microsoft Studios. Erscheint in der EU am 12.10.2012.

17. September 2012
von irrewirre
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Ubuntu für Anfänger – Der Windows Installer im Selbstversuch

Ich habe vor 3-4 Jahren öfter an einem Rechner gearbeitet auf dem Ubuntu installiert war. Damals kam ich damit ganz gut zurecht, aber mit meinem Notebook kaufte ich 2008 auch eine Vista Lizenz. Als Windows 7 herauskam, konnte ich es als Studentin sehr günstig kaufen. Ubuntu reizte mich weiterhin, auf Windows will ich aber nicht verzichten. Und ist das nicht fürchterlich kompliziert, so ein Linux zu installieren?
Nach dem ‚Umzug‘ vom Notebook auf einen Desktop PC (IBM ThinkCentre Intel Pentium 4 CPU 3 GHz, 2 GB RAM) war es heute so weit. Mir wurde vom Schreibtisch nebenan der Link zum Windows Installer für Ubuntu geschickt. Wie die Seite verspricht, geht das „easily und safely“. Hier mein ‚Erlebnisbericht‘.

Ich habe die Datei heruntergeladen und mit einem Doppelklick kann das Abenteuer beginnen. Die erste Entscheidung steht an.

Benutzername und Passwort festlegen

Die ersten Einstellungen müssen gemacht werden

Das Installationslaufwerk soll D sein, auf dem sich meine Daten befinden und wo einfach mehr Platz ist. Als Installationsgröße wird 18 GB vorgeschlagen und wer bin ich um diesem Vorschlag zu widersprechen? Ich kann mir eine Desktopumgebung aussuchen. Ich entscheide mich für Ubuntu, damit habe ich schon mal gearbeitet. Zur Auswahl standen auch Kubuntu, Xubuntu, Mythbuntu (klingt verlockend), Edubuntu, die ich vom Namen her kenne, Lubuntu sagt mir nichts. Die Entscheidungen für eine Sprache, den Benutzernamen und das Passwort sind schnell getroffen.
Was passiert wohl wenn ich den Button Barrierefreiheit anklicke?

Barrierefreiheit

Was kann ich einstellen?

Ich könnte visuelle Hilfen und Mobilitätshilfen auswählen, aber die brauche ich nicht. Mit einem Klick auf ‚Weiter‘ komme ich zurück und kann ‚Installation‘ wählen. Damit beginnt der langweiligste Teil: dem Ladenbalken beim Füllen zusehen.

Ladebalken

Ladebalken sind…Ladebalken

Oder auch nicht. Weil ich zwischendurch vom Rechner weg war, kann ich nicht genau sagen, wie lange er gebraucht hat, aber nach 40 Minuten war er fertig. Zeit für einen Neustart.

Neustart

Nach dem Neustart geht es weiter

Nach dem Neustart wird automatisch Ubuntu gestartet. Ich gebe mein Passwort ein und bin ‚drin‘.

Was es alles auf dem Desktop zu entdecken gibt

Bei der mir bekannten Ubuntuversion gab es die Leiste am linken Bildschirmrand noch nicht. Hier mal eine kurze Übersicht, was sich dort ganz automatisch für mich eingerichtet hat:
Dash Home: zeigt recent apps an und kann sicher noch mehr
Home Folder: öffnet ebendiesen, das was ich wohl als Arbeitsplatz kenne
Firefox: sollte klar sein
Libre Office Writer: der Word-„Ersatz“
LibreOffice Calc: der Excel-„Ersatz“
LibreOffice Impress: der Power Point-„Ersatz“
Ubuntu Software Center: hier kann man sich ansehen, was installiert ist, was man noch für Programme installieren kann
Ubuntu One: kann ich noch installieren, Cloud Dienst
System Settings: der Name sagt es. Ich ändere direkt mal den Hintergrund. Jetzt sieht er so aus:

Ubuntu Desktop

So sieht der Ubuntu Desktop aus

Workspace Switcher: wenn ich ihn anklicke, wird der Bildschirm 4 Teile geteilt. Was ich damit machen kann? Ausprobieren. Ich öffne ein Programm und das kann ich jetzt aus dem 1. Fenster links oben in ein anderes Fenster ziehen. Mit einem Doppelklick auf das Fenster meiner Wahl wird es vergrößert.
Susannes Dateien: sind Susannes Dateien
Trash: sollte klar sein

Dann gibt es noch die Leiste oben links:
File: Neue Ordner und Dokumente erstellen
Edit: zum Beispiel den Desktop Hintergrund ändern
View: Desktop neu sortieren oder versteckte Dateien anzeigen
Go: Verknüpfung mit Home, Computer, Templates, Trash, Network
Help: Zugriff auf Ubuntu Help

Oben rechts geht es weiter:
der Briefumschlag für den Messenger [hier kann man wohl auch ein twitter Konto einbinden]
das ‚leere‘ Netzwerkzeichen
das Lautsprechersymbol: für die Einstellung der Lautstärke und die Rhythmbox (kein Schlagzeug, sondern ein Musikplayer)
die Uhrzeit
mein Benutzername
das Power Symbol: für Einstellungen, zum Abschalten, für den Update Manager etc.

Das Software Center

Ich möchte gerne wissen, was für Programme (außer den auf dem Desktop verknüpften) bereits installiert sind. Das sollte ich im Ubuntu Software Center herausfinden können. Ich will einfach mal ein Programm installieren und klicke mich ein wenig durch. Wenn ich ein Programm anklicke, kann ich mir weitere Informationen ansehen oder es direkt installieren.

Nein, kann ich nicht. Vielleicht sollte ich den Rechner erst mal online bringen… Also klicke ich oben auf mein Netzwerksymbol und wähle unser WLAN Netzwerk aus. Ich setze den Haken bei Show Password und tippe los, connect! Ich bin online und kann nach dem Drücken von F 5 im Software Center ‚Install‘ klicken. Um Software zu installieren oder zu entfernen muss ich mein Passwort eingeben.
Ich authentifiziere mich und was passiert jetzt? Ah, es tut sich was, der Ladebalken füllt sich. Sehr langsam allerdings.
Das neue Programm möchte ich direkt testen. Unter ‚Installed‘ erscheint jetzt das Programm und ich klicke darauf. Es öffnet sich aber nicht. Wie ging das denn noch? Ich nutze einfach mal das Suchfenster in Dash Home und habe Erfolg. Oder auch nicht, denn das Programm taugt für meine Zwecke entweder nichts oder versteckt das nur sehr gut. Wie gut, dass man es im Software Center über ‚Remove‘ schnell wieder loswerden kann.
Gut, dass meine Hilfe im gleichen Raum sitzt. Im Dash Home sind nämlich unten 5 Symbole, aktiv ist beim Öffnen das erste mit dem Häuschen. Mit einem Klick auf das zweite (Stifte und ein Lineal, würde ich sagen) bekomme ich meine gewünschte Übersicht. Außerdem kann ich nach Dokumenten, Musik und Videos suchen.

Der Wechsel zwischen Windows und Ubuntu

Der Weg zurück zu Windows ist ebenfalls denkbar einfach: Unter dem Power Symbol ‚Shut Down‘ wählen. Dort gibt es die Möglichkeit ‚Neustarten‘ zu wählen. Beim Neustart habe ich dann die Option, mit Windows oder Ubuntu weiterzumachen, einfacher geht es nicht. Der Wechsel zurück zu Ubuntu funktioniert ebenfalls über einen Neustart. Sicher kann ich irgendwo noch einstellen, dass nachgefragt wird und nach X Sekunden ohne Antwort automatisch Windows (oder Ubuntu) gestartet wird.

Fazit

Insgesamt finde ich mich also noch gut zurecht und könnte stundenlang so weiter machen und schreiben. Aber eigentlich sollte es ja nur um den Installer gehen.
Wer mal etwas anderes probieren möchte ohne ganz auf Windows zu verzichten, ist mit dem Installer bestens bedient. Es ist wirklich kinderleicht, traut euch! Ubuntu ist kein Rätsel, auch wenn man sich natürlich etwas umgewöhnen muss. Aber das muss ich auch, wenn ich mal wieder an einem Rechner mit Vista oder XP sitze.
Ich wechsele für den Rest des Tages auf Ubuntu. Damit soll es ja auch einfacher sein, ein olles Palm Pre 1.4.5 auf 2.1 zu bringen…

13. September 2012
von irrewirre
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Es hat ein wenig gedauert, aber wir haben uns gefunden: Henning Mankells „Erinnerung an einen schmutzigen Engel“

Ende Juli hatte ich mich bei LovelyBooks angemeldet, mich zuerst überhaupt nicht zurecht gefunden um dann auf eine Leserunde zu Henning Mankells neuem Afrika Buch zu stoßen. Ich war wirklich gespannt auf „Erinnerung an einen schmutzigen Engel“, nachdem ich vor einigen Jahren „Tea Bag“ gelesen und danach „Das Geheimnis des Feuers“ und „Das Rätsel des Feuers“ gehört hatte. Mit der Figur Wallander konnte ich hingegen nichts anfangen. Einen Roman habe ich gelesen und der war einfach nichts für mich. Jetzt gehörte ich zu den 25 glücklichen Testlesern, die das Buch vom Verlag geschenkt bekamen. Meine Meinung will ich natürlich auch außerhalb von LovelyBooks loswerden.

Dem Roman ist ein Zitat von Platon vorangestellt:

Es gibt drei Arten von Menschen: jene, die tot sind, jene, die leben, und jene, die über die Meere segeln…“

Ich finde das Zitat sehr schön und auch spannend, weil ich ja schon wusste, dass die Hauptfigur Hanna mit dem Schiff von Schweden nach Afrika fährt und somit wohl der dritten Art angehören muss. Nach dem Lesen finde ich es immer noch sehr passend, da sich Hanna in Afrika weder den Weißen noch den Schwarzen zugehörig fühlt und damit auch eine dritte Gruppe bildet. Das trifft auch auf ihren geliebten Affen Carlos zu, der nicht mehr nur Affe ist, aber eben auch kein Mensch.

Im Jahr 1904 lebt Hanna (17) mit ihrer Familie in einem schwedischen Dorf und leidet unter Armut und Kälte. Sie ist die älteste Tochter und muss das Haus verlassen. Sie soll fortan bei Verwandten an der Küste leben. Man kann sich das harte Leben anhand der Schilderung gut vorstellen, Mitleid erweckt Mankell mit seinem Schreibstil nicht. Natürlich kommt alles anders als geplant und so landet sie einige Monate später in Afrika und ist bereits Witwe.
Die Umgebungstemperatur ist Hanna als gestiegen, im Gegensatz dazu konnte ich mich für das Buch noch nicht sehr erwärmen.Wie gut, dass ich wegen der Leserunde zum Weiterlesen gezwungen war.

Ihr vermeintliches Hotel entpuppt sich als Bordell. Mit diesem hat Mankell einen ganz wundersamen Ort geschaffen und Hanna hätte wohl in keinem größeren Kontrast ankommen können. Ich habe ja immer befürchtet, dass sie nach ihrer Erholungsphase angestellt wird. Eigentlich bin ich die ganze Zeit davon ausgegangen, dass Hanna zunächst selber als Prostituierte arbeitet, bevor sie das Bordell übernimmt. Aber das war eine Fehleinschätzung und wurde wohl durch die Bezeichnung „schmutziger Engel“ bei mir hervorgerufen. Was genau damit gemeint ist, klärt sich übrigens nicht ganz auf.

Ein großes Thema in dem Buch ist der Rassismus, den Mankell ganz schnörkellos schildert. Die Portugiesen fühlen sich den Schwarzen überlegen und machen das auch in ihrem Verhalten deutlich. Hanna ist davon entsetzt, passt sich aber teilweise an. Sie misstraut aber nicht nur den Schwarzen, sondern auch den Weißen. Dafür gibt es auch oft gute Gründe. Es gibt einige Figuren, die man wirklich hassen kann. Komplett sympathisch ist eigentlich niemand, aber es gibt jede Menge Figuren, die man nicht wirklich einschätzen kann und diese haben das Buch für mich sehr interessant gemacht. Ich wusste nie, was ich als Nächstes zu erwarten habe. Ich finde es gut, dass man so viele Personen nicht ganz klar einordnen kann, allen voran natürlich Hanna. Besonders hervorheben möchte ich hier zwei Männer, da diese sich auch zum Thema Rassismus äußern.
Ich will nicht zu viel verraten, aber mit Nunez hat sie geschäftlich zu tun. Sie lernt ihn in der Kirche kennen und seine Absichten bleiben unklar. Er fragt sich, wieso Hanna ihm nicht vertraut.

„Genau wie Sie bin ich empört über die Art, wie wir die Schwarzen behandeln. Ich bin vielleicht nicht durch und durch gut, aber ich verabscheue die Verachtung, die wir diesen Menschen gegenüber zeigen. Zu glauben, dies könne immer so weitergehen, ist Wahnsinn, Einbildung und Dummheit.“ (296)

Eigentlich könnte sich Hanna also gut mit ihm verstehen, ihre Wege trennen sich aber und sie begegnet Kapitän Fortuna. Sie erkennt ihn ihm einen Bordellkunden. Er ist nach eigenen Angaben froh, dass er nicht so oft an Land ist.

„Menschen aus unserem Teil der Erde verwandeln sich in unerträgliche Geschöpfe, wenn sie nach Afrika übersiedeln. (…) Aber dass wir die Schwarzen auf eine Art behandeln, die sich rächen wird, daran besteht kein Zweifel.“ (334)

Wenn Henning Mankell sich entschließt, eine Erzählung über Hanna und den Kapitän zu schreiben, würde ich sie sofort lesen. Der Roman endet einige Seiten später und das ganz wunderbar. Vielleicht kann man es kitschig nennen oder unrealistisch, aber ich wüsste keinen besseren Schluss. Es werden nicht alle Fragen, die im Roman aufgeworfen werden, beantwortet. Damit muss ich leben. Schließlich ist es keine Biographie, sondern ein Roman.

Genau auf diese Tatsache geht Henning Mankell noch in seinem Nachwort ein. Er weist darauf hin, dass es sich um eine Mischung von Fakt und Fiktion handelt. Ein sehr dünnes Gerüst gaben Dokumente her, der Rest über das Leben von Hanna ist seiner Fantasie entsprungen. Das trifft leider nicht auf das geschilderte Verhältnis von Schwarzen und Weißen zu.

Ich bin wirklich froh, dass ich das Buch gewonnen und gelesen habe. Der Schutzumschlag wartet schon.

Das Buch auf der LovelyBooks-Seite

Henning Mankell: Erinnerung an einen schmutzigen Engel. Übersetzt vonVerena Reichel. Paul Zsolany Verlag, 352 Seiten, 21,90 €.